Betreuungsrecht

"Betreuen statt entmündigen" ist immer noch das Anliegen des 1992 in Kraft getretenen Betreuungsgesetzes. Es löste das fast hundert Jahre alte Vormundschafts- und Pflegschaftsrecht des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) ab. Die Entmündigung wurde abgeschafft.        

  

Was ist eine Betreuung?
Nach § 1896 BGB kann das jeweilige Amtsgericht einen Betreuer bzw. eine Betreuerin bestellen, wenn ein erwachsener Mensch aufgrund einer psychischen Krankheit oder einer körperlichen, geistigen oder seelischen Behinderung seine Angelegenheiten ganz oder teilweise nicht besorgen kann. Die rechtliche  Betreuung ist eine Form der gesetzlichen Vertretung.
  
Was sind die Aufgaben eines Betreuers?
Es handelt sich um eine rechtliche Vertretung in persönlichen Angelegenheiten wie Aufenthaltsbestimmung, Gesundheitssorge, Vermögenssorge und andere vom Amtsgericht festgelegte Aufgabenkreise. Dabei stehen das Wohl und die Wünsche des betreuungsbedürftigen Menschen im
Vordergrund.
 
Wer wird Betreuer?
Vorrangig werden Familienangehörige (Ehegatten, Lebenspartner, Kinder usw.) bestellt. Sollten diese nicht zur Verfügung stehen oder nicht geeignet sein, kann eine fremde Person als ehrenamtlicher  oder in schwierigen Fällen als beruflicher Betreuer bestellt werden. Die Betreuertätigkeit wird vom Amtsgericht kontrolliert und überwacht, auch bei Familienangehörigen. Die Gewinnung und Vermittlung von ehrenamtlichen Betreuern erfolgt über den Betreuungsverein. Die Betreuungsbehörde ist zuständig für die Zulassung und Vermittlung von Berufsbetreuern.